Predigt zu Hebräer 13,12-14 (Sonntag Judica, 29.03.2020)

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen! Amen.

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Gemeinde!

Das ist der Predigttext für den Sonntag Judica. Wir sind in der Passionszeit. Wir denken an Jesus, an seinen Leidensweg, der zum Tod am Kreuz führt. Sein Weg ist nicht zu trennen von der Botschaft, die er den Menschen gebracht hat: Dass Gott die Liebe ist und dass Gott diese Welt liebt. In seinem Predigen und Lehren und Heilen, in der Art und Weise, wie er den Menschen begegnete und ihr Leben teilte, verkündete er, dass das Reich Gottes nahe ist. Menschen hörten seine Botschaft in einer Zeit der Gewalt, der Ungerechtigkeit und des Unfriedens. Bei den einen, den Mächtigen, weckte er Unverständnis, Ärger und Zorn. Bei den anderen Hoffnung. Jesus selbst ließ sich nicht einschüchtern. An der Wahrheit, dass Gott die Welt liebt, trotz der Fehler und Schwächen der Menschen, hielt er unverrückbar fest. Die Konsequenz: Der Tod am Kreuz, draußen vor dem Tor, vor den Toren Jerusalems, auf Golgatha, dem Ort des Grauens.

Orte des Grauens gibt es immer noch auf dieser Welt: Syrien, Jemen, die Flüchtlingslager… Das Grauen hat viele hässliche Gesichter! Und wir fragen: Wo ist Gott? Warum unternimmt er nichts gegen all das Grauen? Es mag angesichts der Bilder, die wir sehen, schwer fallen, darauf zu vertrauen, dass Gott da ist, auch draußen vor dem Tor. Aber er handelt nicht immer so, wie wir es gern hätten. Seine Macht zeigt sich vielmehr in der Stille. Gott ist da mitten im Leid. Davon hören wir kein Wort in den Nachrichten, die um die Welt gehen. Aber Menschen haben das immer wieder erlebt: dass Gott da ist und mitgeht und mitleidet als einer, der – wie es in einem Lied heißt – „auch im Schweren zu mir steht, der mich zu allen Zeiten kann geleiten“.
Ein Leben ohne Leid gibt es nicht. Gewiss: die einen leiden mehr, andere weniger. Die Verteilung des Leides ist nicht gerecht, so scheint es. Im Hebräerbrief werden die Leser aufgefordert, zu ihm hinauszugehen vor das Lager und seine Schmach zu tragen.

Damit ist der Ernst der Nachfolge gemeint. In unserem Leben als Christinnen und Christen geht es zum einen darum, das Leben als Geschenk von Gott anzunehmen, es zu genießen und mit Freude zu leben. Zum anderen geht es darum, diejenigen nicht zu vergessen, die „draußen“ sind, sich um die zu sorgen, die ausgegrenzt sind. Das ist nicht immer leicht, das kann mitunter sogar gefährlich werden. Das ist aber Teil der ernsthaften Nachfolge Jesu. Vor dieser Gefahr nicht zu fliehen, wenn es so weit kommt, das ist gemeint, wenn es heißt, wir sollen seine Schmach tragen.

Nachfolge Jesu aber ist für uns meist nicht mit Schmach verbunden. Nachfolge Jesu heißt ja auch: für den anderen da zu sein, für die ältere Nachbarin, den kranken Nachbarn, die gerade in dieser Zeit, da physische Kontakte nicht möglich sind, auf Zeichen der Hilfe und der Gemeinschaft in besonderer Weise angewiesen sind. Und wenn es „nur“ das Beten füreinander ist, aus dem große Kraft, Trost und Zuversicht erwachsen kann.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt“, heißt es am Schluss des Predigttextes, „sondern die zukünftige suchen wir“. Das ordnet unser Leben und das, was wir zeitlebens als Auftrag wahrnehmen, in einen größeren Zusammenhang ein. Wir leben im Vorletzten, oder anders gesagt: Wir sind auf der Durchreise, haben hier „keine bleibende Stadt“. Irgendwann geht es zurück nach Hause. Unser Leben hat ein Ziel. Auch das ist Trost. Letzter Trost. Aber bis es so weit ist, dürfen wir das schöne und auch manchmal mühevolle Leben annehmen, und dazu beitragen, dass etwas vom Reich Gottes, das uns einst erwartet, jetzt schon für andere durch uns sichtbar wird. Amen.


Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Pfr. Horst Küllmer

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